Kamilari Jahreszeiten in Kamilari
Die Jahreszeiten in Kamilari Drucken E-Mail

Frühling

Der Frühling in Kamilari beginnt mit Ende der Regenzeit – irgendwann zwischen Februar und April. Die eigentliche landwirtschaftliche Arbeit besteht jetzt darin, den Boden aufzubereiten, eine große Auswahl an Gemüse für den Sommer zu pflanzen und das Frühjahrsgemüse zu ernten. Artischocken und Pferdebohnen (Kukia) sind die wesentlichen Erntegüter im Frühling in Kamilari. In der Umgebung werden außerdem auch Salate, Kohl, Erbsen, Linsen, Saubohnen, Ackerbohnen, Kichererbsen, Zwiebeln und Knoblauch geerntet. Zu dieser Zeit ist die Gegend voll von Wildblumen: Mohnblumen, Gänseblümchen, Margeriten, Kamille, Iris (Iris cretica), Gladiolen (Gladiolus italicus), Tulpen (Tulipa orphanidea), Hyazinthen (Muscari commosum) und verschiedenen Arten von kretischen Orchideen.

Sommer

Im Sommer zwischen Mai und August ernten wir hauptsächlich Tomaten, Auberginen, Gurken und Okraschoten als Gemüsesorten in Kamilari sowie Wassermelonen, Honigmelonen, Pflaumen, Aprikosen, Pfirsiche, Nektarinen und frühe Weintrauben und Feigen als Früchte und natürlich den Honig.

Herbst

Der Herbst beginnt im September/ Oktober und wir ernten nun hauptsächlich Weintrauben, Granatäpfel, Quitten, Kartoffeln, Mangold, rote Beete, Walnüsse und Mandeln. Dokumentationen zufolge gab es im 17. Jahrhundert 40 verschieden Arten von "Kretischen Trauben" (wie z. B. die Kotsifali Traube) und kretische Weinproduktion hat eine lange Historie, da Wein schon von den Minoern 1600 v.Chr. zubereitet wurde. Herbst ist in Kamilari auch die sogenannte traditionelle "Raki Saison", in der viele Kretaner ihren traditionellen auf Weintrauben basierenden Likör selbst herstellen (im übrigen Griechenland besser bekannt als Tsipouro oder Tsikoudia). Der Kretische Raki wird hergestellt vom Most der Weinproduktion, dem destillierten Trauben Trester. Es entsteht ein klarer Likör mit 30-40 Promille Alkohol. Wir feiern diese traditionelle Produktion mit Freunden und der Familie am Produktionsort, in der sogenannten "Kazani". Der Geschmack eines guten Raki oder Tsikoudia ähnelt eher einem italienischen Grappa als einem türkischen Raki.

Winter

Der Winter beginnt mit der Regenzeit im November oder Dezember. Zu dieser Jahreszeit ernten wir Zitronen, Mandarinen, Orangen, immer noch einige Quitten, Salate, Spinat, Kohl und grünes Wildgemüse und Kräuter, das sich alle Kretaner alljährlich aus den Bergen zusammenpflücken. Diese große Auswahl an Gemüse ist auch als "horta" bekannt und besteht heutzutage aus: wilden Artischocken, Spargel, Chicoree und Endiviensalat, Rettich, wildem Lauch, wildem Senf, Diesteln, Portulak-Salat, Wicken, Okra und viele weitere Zwiebeln und Knollen, die als äußerst gesundes Gemüse gepriesen werden.

In Pasteten, Salaten oder einfach als Horta zubereitet, hat das “Grünzeugs” schützende Eigenschaften, die noch nicht vollständig verstanden und erforscht wurden, aber die Basis der weltbekannten gesunden “Kreta Diät” sind. Im Winter ist auch die Zeit der Olivenernte: es beginnt im November und dauert an bis März. Die Olives sind reif für die Ernte, wenn die Frucht 3/4 reif ist. Das bedeutet, sie sollte lila oder kurz vor der schwarzen Färbung sein. Es gibt kaum etwas, was charakteristischer für Kreta ist, als die Millionen Olivenbäume, die überall in den Tälern und Bergregionen wachsen. Kretaner haben den Olivenbaum kultiviert und das Olivenöl schon seit 3500 v. Chr. während der frühen Minoischen Zeit zubereitet, wie archäologische Funde bestätigt haben. Aus den Dokumentationen aus dem 17. Jahrhundert geht ebenfalls hervor, dass es über 40 Sorten Oliven gab.

Das ganze Jahr über ernten wir Honig, Tomaten, Paprika und Zucchini aus unseren Gärten. Wir gebrauchen keinerlei Chemikalien an etwas, das in unserem Garten wächst. Viele von uns züchten auch Hühner, Kaninchen, Schafe und Schweine und produzieren somit unser Fleisch für den Hausgebrauch von unseren eigenen Tieren.

Schweine werden meist vor Weihnachten geschlachtet, da es eine Tradition ist, zu Weihnachten Schwein in Salz und Essig ("Apaki", ein typisch kretisches Rezept) zu essen sowie geräucherte Würste, während Schafe eher für das traditionelle Ostermahl geschlachtet werden.

 
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